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Wildschweine wüten im Maisfeld

(Text und Fotos: Joachim Dürheide)

Wildschweinspuren Bokensdorfer Jäger
Eindeutige Spuren: Wildschweine im Saatgut Bokensdorfer Jäger schützen das Maisfeld vor den Wildschweinen: Birgit Lücke (v. l.), Maik Häge, Bernd Gose und Sieghard Fahr

Bokensdorf. Der Energiepflanzenanbau - meist Mais - hat auf großer Fläche zugenommen und folgerichtig ist bei starken Wildschweinbeständen gerade im Frühjahr mit Schäden zu rechnen. So geschehen jetzt in der Gemeinschaftsjagd Bokensdorf im Hegering Boldecker Land. Aber wer ist für den Ausgleich solcher Schäden haftbar zu machen?

„Auf einem 20 Hektar großem Maisfeld sind erhebliche Fraß- und Wühlschäden auf gut 5000 Quadratmetern in wenigen Nächten entstanden“, so der Naturschutzobmann des Hegeringes Hans-Andreas Heinecke. Über den Schaden sei Birgit Lücke als eine der Jagdpächterinnen der Gemeinschaftsjagd informiert worden. Sie habe sich umgehend zum Handeln gezwungen gesehen, so die Jagdpächterin vor Ort, „da die Jäger wie in den meisten Pachtverträgen für Wildschäden verantwortlich gemacht werden“. Um weitere Schäden abzuwehren, habe Sieghard Fahr - einer der Bokensdorfer Jäger - kurzfristig verfügbare Mitjäger organisiert. „Wir mussten sofort das riesige Maisfeld von der Größe von etwa zwanzig Fußballfeldern in vielen Stunden Arbeit einzäunen. Denn ohne nächtliches Mondlicht kann das Wild durch Jagd nicht von den Flächen vergrämt werden“. Die Jagdpächterin fügte hinzu, dass mit dem Landwirt vereinbart worden sei, „die schlimmsten Schadensflächen neu auszusäen“.

Überall im Landkreis Gifhorn seien zurzeit Jäger im Einsatz, um in ihren Revieren durch Nachlegen von Kartoffeln oder Mais sowie durch Zäunen oder Jagd die Frühjahrsbestellung der Landwirte zu unterstützen, kommentiert der Naturschutzobmann diese aufwändigen Revierarbeiten. „In der Öffentlichkeit ist wenig bekannt, dass Jäger durch Hege und Jagd einen angemessenen Wildbestand garantieren müssen. Geht zu viel Wild auf den Kulturflächen zu Schaden, müssen die Jäger gegensteuern oder eben oft haften“, so Heinecke.

„In diesem Fall haben wir durch eigene Initiative und Kooperation mit dem betroffenen Landwirt seine Fläche so zu sagen repariert und gesichert. Der Weidezaun wird zukünftige Schäden verhindern“, ist Jagdpächterin Lücke von der Maßnahme überzeugt.

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