
| Barwedeler Jäger stellen an Wildunfallschwerpunkten (hier an der Kreisstraße 105 Richtung Grußendorf) Holzdreibeine mit hoch reflektierender Textfolie auf. (Von links) Christian Effe, Kai Ritter, Naturschutzobmann Hans-Andreas Heinecke, Wolfgang Pruss, Ulrike Effe. (Vorne, knieend) Ernst-Dieter Meinecke. |
Boldecker Land. „Wir Jäger sind bemüht wo es nur geht, Wildunfälle vermeiden zu helfen“, so der Naturschutzobmann des Hegeringes Boldecker Land, Hans-Andreas Heinecke aus Barwedel. „In den acht Revieren des Hegeringes“, sagte er, „sind die Jäger auf insgesamt dreißig Kilometer Straßenlänge durch Aufhängen von CD´s und Reflektionsfolien sowie Reflektoren an Leitpfosten und weiteren Maßnahmen für eine Senkung der Zusammenstöße von Wild mit Kraftfahrzeugen engagiert.“
Laut Mitteilung des Landkreises Gifhorn hätten sich nun einige Wildunfallschwerpunkte ergeben. „Und so musste an der Bundesstraße 248 zwischen Barwedel und Ehra sowie an der Kreisstraße 105 zwischen Barwedel und Grußendorf eine verstärkte Abschreckung installiert werden.“ Gut fünfhundert CD´s seien dort aufgehängt worden, um die Strahlen der Scheinwerfer in den Wald zu leiten. Auf diese Weise solle versucht werden, Wildschweine sowie Reh- und Damwild am Straßenwechsel zu hindern.
„Zusätzlich haben wir noch insgesamt sechs Holzdreibeine mit hoch reflektierender Textfolie beklebt und an den Unfallschwerpunkten in beiden Fahrtrichtungen (Foto) aufgestellt,“ erklärte Jäger Christian Effe als einer der Initiatoren den Sinn dieser Aktion.
Gerade im Frühjahr überquere viel Wild die Straßen. „Besonders dort“, so der Naturschutzobmann, „wo Tagesaufenthalt und Nahrungsfläche durch Straßen geteilt werden.“ Unbewusstes und zu schnelles Fahren verhindere alle Reaktionschancen und führe auch zu schlimmen Unfallfolgen für die Autofahrer. Mit den neuen Schildern würden die Jäger gerade in der Dämmerung und Dunkelheit auf das Risiko aufmerksam machen, sagte er zu dieser Art der Hegemaßnahmen.
„Wenn es trotz angepasster Geschwindigkeit zu einer Kollision gekommen sein sollte, ist unbedingt die Polizei oder der jeweilige Revierpächter zu benachrichtigen“, so Hegeringsleiter Holger Hansmann aus Osloß. Zum einen gehe es um die Versicherungsleistung, „aber ebenso um die Bergung oder Suche nach eventuell verletztem Wild; was ein Gebot des Tierschutzes ist.“
Text: Hans-Andreas Heinecke
Fotos: Joachim Dürheide